Ein wichtiger Baustein im Dorf

Mit Radlader und rund einem Duzend Helfern fiel am Ehrenmal der Startschuss für die Erneuerung und Gestaltung des Naherholungsbereiches „Am Speukebusch“. Fotos: Schubert

Startschuss für Gestaltung des Naherholungsbereiches Speukebusch ist gefallen (von Anja Schubert)

Preußisch Ströhen (WB). Herbstzeit ist die schönste Zeit, um größere gestalterische Projekte unter freiem Himmel in Angriff zu nehmen. Das sagte sich auch unlängst eine Abordnung der Preußisch Ströher Dorfgemeinschaft, als tatkräftig der Startschuss für das Dorfprojekt Speukebusch fiel.

Mit dem Vorhaben möchten die Aktiven um Werner und Friedrich Sander sowie Hans Junchen gleich eine ganze Reihe an Zielen verwirklichen. „Wir wollen hier ein weiteres attraktives, ortsnahes Naherholungsgebiet schaffen, das für alle Generationen, für Einheimische sowie für Touristen gleichermaßen interessant ist“, erläutert Ortsheimatpfleger Friedrich Sander beim Start der Arbeiten am Ehrenmal. Dieses ist in ein kleines, etwas verwildertes Waldstück eingebettet und liegt in unmittelbarer Nähe zum Waldspielplatz.

Über eine Brücke, den alten Kirchstieg, gelangt man zudem weiter zum Waldlehrpfad an „Niermanns Stein“, der bereits seit elf Jahren für Kindergärten und Schulklassen immer wieder ein Anziehungspunkt ist, und zum Aue-Park-Freizeit und Sportgelände.

Bereits im Frühjahr 2018 starteten die Überlegungen, wie man das Areal, das am Radweg RA10 liegt, aufwertend gestalten könne, und stieß im Rahmen des IKEK auf Mittel aus dem Förderprogramm des Landes NRW für Dorferneuerung/Dorfentwicklung des Ministeriums für Kommunales, Bau und Gleichstellung. Ein Landschaftsplaner musste hinzugezogen werden, und auch nachdem alles in trockenen Tüchern war, mussten Bodenproben genommen werden, bevor es vor einer Woche endlich losgehen konnte.

„Dass ein Förderantrag so viel Arbeit nach sich zieht, habe ich mir nicht vorgestellt“, gibt Friedrich Sander offen zu, froh dass Regierungspräsidentin Judith Pirscher bei ihrem Antrittsbesuch im Sommer Bürgermeister Dr. Bert Honsel den positiven Förderbescheid überreichte. Eine lange umfassende und detaillierte Antragstellung war zuvor erforderlich.

Für Erneuerung des Naherholungsbereiches und Waldspielplatzes als Austausch- und Begegnungsort in Preußisch Ströhen sind 99.000 Euro veranschlagt, 64.452 Euro (65 Prozent) sind nun über die Fördertöpfe abgedeckt. Im Zuge der Maßnahme soll der gesamte Bereich „Am Speukebusch“ aufgewertet werden.

Der alte Baumbestand rund um das Ehrenmal soll erhalten bleiben, zudem ein Bildungsangebot für Schulen und Familien geschaffen werden. „Hierzu gehören beispielsweise Fühlkästen, Totholzhecke, Sinnesliege, Baumscheiben, Insektenhotel und Blühwiese“, sagt Friedrich Sander. Am Spielplatz sollen zudem eine Plattform für eine Sitzecke und Abstellmöglichkeiten für Fahrräder entstehen.

„Wichtig ist uns auch eine barrierefreie Zuwegung, damit beispielsweise die Bewohner des Seniorenheims im Ortskern das Gelände nutzen können“, ergänzt Werner Sander. Zudem wolle man neben den weiteren attraktiven Anlaufstellen im Rahdener Land eine stärkere Einbindung in die Urlaubsregion Dümmer erzielen. „Ein Naherholungsgebiet für Dorfbewohner und Touristen gleichermaßen“, sagt Friedrich Sander.

Das Ehrenmal als geschichtlicher Erinnerungsort solle in seinem Umkreis zudem Informationen zur fast 800-jährigen Dorfgeschichte erhalten. Ziele sind die Entstehung eines zentralen Treffpunktes für die gesamte Ortschaft Preußisch Ströhen und die Schaffung eines Naherholungsbereiches, quasi ein Ort der Begegnung rund um das Ehrenmal, heißt es in der Begründung der Antragsstellung.

Zum Auftakt wurden am Ehrenmal mit rund einem Duzend Männern und einem Radlader die Pflasterplatten am Gedenkstein entfernt, damit weitere Arbeiten folgen können. „Es muss unter anderem eine abgestorbene Buche professionell mit schwerem Gerät aus dem Baumbestand entfernt werden. Die unansehnlich gewordenen alten Platten werden in der Zwischenzeit gereinigt und anschließend wieder verlegt“, unterstreicht Werner Sander vom Landwirtschaftlichen Ortsverein.

Über alle Vereine und Institutionen der Ortschaft hinweg ist angesichts der geplanten Vielfalt und des Arbeitsaufkommens großes Engagement gefragt. Mehr als 35 Interessierte verschafften sich vor einigen Wochen bei einer Infoveranstaltung vor Ort einen ersten Überblick. „Auch der Angelverein ist mit im Boot, da der Speukebusch in direkter Nachbarschaft zum Naturschutzgebiet „Gewässerlandschaft Große Aue“ liegt.

 

Hier ein Auszug geplanter Maßnahmen zum Thema Umweltbildung und Dorfprojekt „Am Speukebusch“. Repro: Anja Schubert

„Wenn wir alle zusammen ein solches Projekt stemmen, ist das zudem eine weitere Förderung und Stärkung der Dorfgemeinschaft“, ist sich das Organisationsteam sicher.

Als Dorfgemeinschaft habe man bereits schon einige Projekte gestemmt wie beispielsweise in jüngster Zeit den großen Festumzug zum 160-jährigen Kirchenjubiläum. Bis zum Herbst 2021 gibt es noch viele Arbeiten zu bewältigen, denn dann möchten wir das Projekt abgeschlossen haben“, unterstreichen Friedrich und Werner Sander. „Jede helfende Hand ist daher willkommen. Wir hoffen, dass sich viele Menschen an diesem Vorhaben beteiligen.“

Sie betonen, dass die Realisierung des Projektes ein wichtiger Baustein für die Zukunft des Ortes sei, da man damit auch jungen Familien ein attraktives Freizeitangebot bieten möchte. „Denn der demografische Wandel ist auch in unserer Ortschaft spürbar“, weiß Friedrich Sander.

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